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Budapest - 18.09. bis 21.09.08

Der Himmel hatte sich mit grauen Wolken bedeckt und manchmal nieselte es. Das aber tat unserer Stimmung keinen Abbruch. Wir waren in Budapest, der schönen Stadt an der Donau. Der Fluss war natürlich nicht blau, sondern grau, aber er legt sich sehr reizvoll zwischen die Stadtteile Buda und Peszt. Und die Brücken, die sich über ihn wölbten, waren der Beachtung wert. Jede anders und besonders. Kettenbrücke , Petöfibrücke, Elisabethbrücke mit den Löwen ohne Zunge. Wir bewunderten die Prachtstraßen und „erfuhren“ sie oder erliefen sie. Im Museum der schönen Künste hatten wir die Kunst der Jahrhunderte zur Verfügung. Italiener, Holländer, Deutsche, nur Velasquez war uns versperrt, warum auch immer.
Die Sonderausstellung mit Ferdinand Hodler (1853 – 1918) war eine interessante Zugabe. Sein Werk befindet sich in Privatsammlungen oder hat sein Museum seit 50 Jahren nicht verlassen. Jetzt hatten wir die Chance, zu verstehen, wie der Künstler sich zu einem Vertreter der Moderne entwickelt hat.
„T.error“ war eine interessante Auseinandersetzung mit der alltäglichen Gewalt. Eine sehr kleine aber feine Ausstellung. Und nicht zu vergessen den Besuch im Ludwig- Museum, schöne Räume und Bilder im neuerbauten Palace- Art.
Spaziergänge gab es durchs jüdische Viertel und die größte Synagoge Europas war zu besichtigen.
In der Villa Kogart bekamen wir einen Eindruck von der zeitgenössischen ungarischen Kunst, gesammelt in den Jahren 2004- 2007.
Und die Galeristin erzählte uns von den Bemühungen, Raum und Möglichkeiten für junge Künstler zu schaffen.
An den Abenden saßen wir in den wunderschönen Kneipchen der Stadt und hatten Zeit, miteinandner zu reden.
Viele, die zum ersten Mal in dieser Stadt waren, wunderten sich über die Sauberkeit und die Freundlichkeit der Menschen. Als Besucher wird man hier mit Aufmerksamkeit bedacht. Steht man unschlüssig mit der Karte in der Hand irgendwo herum, kommt garantiert jemand und fragt, ob er helfen könne.
Und dann kam irgendwann doch noch die Sonne und wir hatten im Burgviertel den wunderbaren Ausblick von der Fischerbastei auf die Stadt, die sich im Abendlicht im Fluss spiegelte, gegenüber das vielspitzige Gebäude des Parlaments und zu ahnen waren die breiten Straßen mit den schönen Villen, die wir während der Stadtrundfahrt bewundert hatten.
Eine schöne Stadt, die viele Bewunderer hat, die aber noch jede Menge hilfreiche Zuwendungen nötig hat.

Gitta Lindemann, im September 2008

Marie Hager
Marktleben in Wismar,
l auf Leinwand
66 x 75 cm
Foto: E. Walford